Liebe Mitglieder und Unterstützer von Wunsiedel ist bunt,
ich darf Sie alle herzlich zur nunmehr zweiten Gedenkfeier am Grab der 30 Todesmarschopfer auf dem Wunsiedler Friedhof einladen.
Die Menschen, die hier am 31. August 1945 begraben wurden und damit endlich eine würdige Ruhestätte fanden, waren Opfer des gnadenlosen Rassenwahns geworden, dem auch ein Rudolf Heß anhing und von dem er nie abgerückt ist. Er hat durch die Mitwirkung an den „Nürnberger Gesetzen“ die Mitverantwortung am Schicksal dieser Menschen. Umso unerträglicher ist die Erfahrung, dass in unserer Stadt die geistigen Erben des Nationalsozialismus fortgesetzt versuchen, Heß zu ehren. Gerade vor diesem Hintergrund sind wir es den Opfern in besonderer Weise schuldig, an ihr Schicksal und die dafür Verantwortlichen zu erinnern.
Dieses Gedenken soll dazu beitragen, dass ihr Schicksal eine stete Mahnung an uns ist, allen Bestrebungen, die Naziideologie wieder aufleben zu lassen, entgegenzutreten. Wir dürfen nicht zulassen, dass Rassisten und Feinde der Demokratie ständig ihre Geschichtsfälschungen verbreiten.
Dass Heß nun nicht mehr auf dem Wunsiedler Friedhof begraben liegt, erfüllt uns mit Befriedigung, darf uns aber, wie die vergangenen Wochen zeigten, nicht zu dem Schluss verleiten, wir hätten nun unsere Ruhe.
Bitte zeigen Sie durch Ihr Kommen, dass Sie die Bedeutung dieses Gedenkens würdigen.
Karl Rost
1. Sprecher von Wunsiedel ist bunt
Ablauf des Gedenkens auf dem Friedhof in Wunsiedel am Mittwoch, den 31.8.2011
- 18 Uhr Treffen der Gäste am westlichen Friedhofseingang
Dr.-Schmidt-Straße, von dort Gang von der Leichenhalle zur Grabstätte - Begrüßung durch 3. Bürgermeisterin Margit Widenmayer
- Gedanken zum Grab der Todesmarschopfer, Karl Rost
- Worte von Herrn Dr. Khasani, israelitische Kultusgemeinde Hof
- Bibellesung und Gebet, Rabbiner David Goldberg, israelitische Kultusgemeinde Hof
- Kranzniederlegung


